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OCHS IM MÄRCHENWALD

Ochs im Märchenwald vom 13. Juni 2024

Thema: Einzahl oder Mehrzahl?

"Es wird doch einen Charakter-Editor geben, oder?", "Die Heldin spricht mich nicht an - ich brauche einen Helden!", "Häää, ich dachte, wir dürfen uns unseren eigenen Charakter erstellen!?", "Wann Mann?".


Viele Fragezeichen, eine gehörige Portion Verwunderung und ganz viel Bangen dieser Tage im Fable'verse.


Der Grundtenor ist einhellig. Schaut man in die Kommentarspalten der Trailer, ins Fable-Reddit, oder auf X, wird eines schnell klar: Viele wünschen sich für den Reboot einen Charakter-Editor, - ja, sind sich teilweise sogar sicher, dass es einen geben wird -, oder wollen zumindest die Möglichkeit einer Geschlechterauswahl geboten bekommen. Während die einen unsere Heldin einfach nur hässlich finden ("Frevler"), sehnen sich die anderen nach mehr Selbstbestimmung, schon bevor der erste Akt zum Marsch bläst.


Doch wie sicher ist dieses oder jenes, und werden am Ende vielleicht doch viele Fans enttäuscht?


Zur Wahrheit gehört: Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Fable-Informations-Schwemme (Duden, bitte!). Bis auf einen kurzen Teaser in 2020 und zwei Trailern zu den obligatorischen Sommer-Showcases - die durchaus mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet haben - war da noch nichts, aus dem wir Input ziehen könnten. Demnach wissen wir auch nicht, wie sich die Designer bei Playground Games die Riege der spielbaren Helden vorstellen. Einzahl oder Mehrzahl, das ist hier die Frage!


Das Beste wäre, ganz klar: Wir dürfen zwischen einer weiblichen Heldin und einem männlichen Helden auswählen. Das wäre dann auch der Weg, den bereits Fable 2 und 3 gegangen sind. Für diese Option spricht derzeit aber nur ein Hinweis auf der offiziellen Xbox-Seite zum Spiel. Dort heißt es in der Synopsis: "Was bedeutet es, ein*e Held*in zu sein? Nun, im Märchenland Albion liegt das ganz bei dir. Eine finstere Bedrohung droht, und deine Entscheidungen werden Albion für immer verändern."

 

Held, Heldin. Entscheidung. Verändern. Das steckt alles in dem bisschen Appetizer drin. Wirklich wichtig ist hier aber der erste Satz, wirft man doch - beabsichtigt oder unbeabsichtigt - die Geschlechterrollen aufs Tapet. Doch für wie voll darf man diese knappe Beschreibung nehmen? Sind damit vielleicht auch nur die Spieler daheim vor den Bildschirmen gemeint? Unsere Lily (Nichol) dient derzeit noch als Alleinunterhalterin, wenn wir Riese Dave und Renter Humphry mal ausklammern. Da kann, sollte, und muss vielleicht sogar, noch maskuline Unterstützung in Albion einmarschieren.

Was ich bei dem ganzen Thema aber für unwahrscheinlich halte, ist ein Charakter-Editor, wie er in letzter Zeit beispielsweise in Dragons Dogma 2 und Rise of the Ronin enthalten war. Trotz der Wünsche der Spielerschaft, insbesondere der Wunsch an den festhalten lieb gewonnener Traditionen, ist ein Editor nämlich genau das nicht: Eine original Fable-Tradition. Es gab ja nie einen solchen, weder im Erstling, noch im umfangreichen Nachfolger, noch im bislang letzten Hauptteil. Auch wenn man niemals nie sagen sollte: Ich, für meinen Teil, glaube nicht an einen vollumfänglichen Editor, der alle Gestaltungswünsche eines nimmersatten Rollenspielers erfüllt.


Woran ich aber glaube, oder vielmehr worauf ich hoffe, sind die, und da ist das Wort wieder, traditionellen Customization-Optionen aus früheren Teilen. Wir erinnern uns: In der Original-Trilogie konnten wir unsere Kleidung und unsere Frisur wechseln, uns einen Bart oder ein Tattoo verpassen, und je nach unserem Gutdünken in Albion, neigte der Held zu Übergewicht oder entwickelte sich zu einem ansehnlichen Adonis. Apropos Entwickeln: Unsere Taten beeinflussten bis zu einem gewissen Punkt unser Äußeres. Schon im ersten Fable wuchsen guten Samaritern Engelsflügel, während den Satansbraten Teufelshörner die Birne veredelten. Gerne darf es all dies, und noch mehr, im Reboot geben. Denn ja: DAS ist Fable.
Auch wenn es derzeit noch heißt: Quo vadis, Fable?

In diesem Sinne, Muuuh!

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