OCHS2

OCHS IM MÄRCHENWALD

Ochs im Märchenwald vom 31. Oktober 2024

Thema: Halloween-Spezial

Kennt ihr den schon: Von draus, vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, dieser Leichenschmaus, der mundet mir sehr.
Oder den: Kinder, Kinder, schaut her: Es ist wieder Halloween; was wolln wir denn mehr!?


Es ist aber auch so simpel: Wenn das HoHoHo noch in weiter Ferne liegt und der Nikolaus höchstens auf Frau Nikolaus fliegt, dann ist es das Schreckgespenst, welches des Nächtens triumphal siegt.
Unser Ochse hat heute etwas verspätet seinen Schuppen verlassen. Aber alles halb so wild, wäre er vor lauter Nebel nicht vom Weg abgekommen – der Weg, der ihn eigentlich geradewegs in den verführerischen und nach Eau de Fee duftenden Märchenwald führen würde. So kam es, dass unser Ochse im weit weniger einladenden Düsterwald gelandet ist. Und was das heißt, muss euch nicht erst erzählen.


Doch welch Glück für unseren Wiederkäuer, dass heute der 31. Oktober ist. Nach Sonnenuntergang huldigen wir pflichtschuldig den Grimassenschneider, in der einzigen Nacht des Jahres, an dem Wasser zu Blut wird, das Leben dem Tod bereitwillig Platz macht und die Träume von einem Wesen namens Alp gebissen, ach was, zerstückelt werden.
Schrieb ich gerade welch Glück? Natürlich fehlt da noch das vorangestellte Un-, denn ja, für unseren Ochsen gibt es in dieser Nacht vor allen eines zuhauf und zuhuf: Unglück!
Ob er bei dieser Prognose noch den nächsten Morgen erleben wird? Wir werden es später herauszufinden versuchen.

Aber genug der unheilschwangeren Vorworte. Wir sind natürlich alle für Fable hier. Das von uns allen heiß herbeigesehnte Reboot lässt noch auf sich warten (vielleicht ja sogar noch mindestens ein weiteres Halloween), nichtsdestotrotz wollen wir mit diesem Spezial zur Halloween-Nacht den Anlass schaffen, um einmal die Schattenseiten Albion´s zu durchleuchten.


Wahrlich ist es kein Geheimnis, dass auch im Herzen dieses Kontinents allerlei Dunkelheit und Schrecken verborgen liegt. Wie soll man es auch anders benennen, wenn ein von uns dressierter namenloser Held auf Knopfdruck unschuldige Hühner durch die Weiten des Bildschirms tritt und sich dabei noch als Hühnerschreck tituliert? *räusper*

 

Die Rache der Sith, ähh..., Hennen wird kommen – da sind wir uns sicher. Was bereits schon ist, sind die unzähligen Gefahren die durch nicht ganz so zahme Kreaturen von Rookridge bis Wraithmarsh, von Witchwood bis Bridgewood, und darüber hinaus, auf uns lauern.

Wer im Dunkeln durch den Wald läuft, muss jederzeit mit ihnen rechnen: Balverine. Sie gehören zu den gefährlichsten Kreaturen, die Fable zu bieten hat. Ihre Kraft und ihre Schnelligkeit haben schon aus dem tapfersten Abenteurer Geschnetzeltes gemacht – auf ein Ahhh, folgt beim ersten Kontakt mit einem Balverine selten ein Bbbb. Sie sind ohne Frage der Stoff, aus dem Alpträume gemacht sind.


Apropos Alpträume: Vor Heulgeistern und Banshees sollte man sich ebenfalls tunlichst in Acht nehmen. Die so eng mit Halloween verwobenen Erscheinungen sind da, wo die Dunkelheit noch jede Seele korrumpiert hat. Ihren Geisterfeten bleibt man lieber von vornherein fern, denn ihre Königin tendiert dazu jeden Helden schon im ersten Zug Schach matt zu setzen. Wer sich trotz der Warnungen dennoch auf ein Spielchen einlassen möchte, findet die besagte Hochwohlgeborene im Gebiet Wraitmarsh (Fable 2).


Dann wären da noch die, auf den ersten Blick gar nicht mal so gefährlichen Hobbs. Wie kleine Kinder watscheln sie durch die Welt, immerzu auf der Suche nach etwas Spaß und einem kleinen Snack für Zwischendurch. Ihr habt richtig verstanden. Denn wo wir den Spaß noch nachvollziehen können (soll ja keiner sagen, wir würden nicht gönnen), sieht es bei besagten Snack schon anders aus. Denn der sind nämlich, wenn es nach den Hobbs geht, wir, der Held. In Grüppchen lauern sie jeden auf, der es wagt, ihre Routen zu kreuzen oder ihr Territorium zu betreten. Man muss sich nicht schämen, in eine ihrer Fallen zu tappen, sollte sich nur schleunigst überlegen, wie man wieder heraus gelangt, bevor es heißt: Deckel drauf, Mensch tot.

 

Eine Sorte „Tod“ wollen wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen: Die Untoten, in Fable auch Hollow Men respektive Hohle Männer genannt. Zu Dutzenden entsteigen sie der modrigen Erde und greifen dabei alles und jeden an. Friedhöfe sind dabei ein geradezu passabler Hort für die herzlose Brut, weshalb gerade bei Mondschein Spaziergänge zu den eigenen Hinterbliebenen vermieden werden sollten – es sei denn, man möchte vom Held zum PEZ-Spender (Geschmacksrichtung Gedärme) umschulen, oder trägt ein Handtäschchen mit der Aufschrift „Viel zu spät diagnostizierte Todessehnsucht“ mit sich herum.

Haben wir nun alles schreckliche, gruselige oder einfach nur unartige aus Albion beim Namen genannt? Mitnichten! Es gibt noch so viel da draußen, wofür es sich zu sterben lohnt. Vom Käfer zum Skorpion. Von der Nymphe zum diabolischen Huhn. Vom Troll zum Schatten. Oder von Lucien Fairfax zu Elvira Grey. Nicht jedes Böse ist prädestiniert für eine gelungene Halloween-Party, und doch haben sie alle eines gemeinsam: Sie wollen dem Helden an den Kragen. (Hat hier jemand Kraken verstanden? Den gab es tatsächlich auch.)

Sehnsuchtsvoll blickt der Autor dieser Zeilen nun dem neuen Fable entgegen. 2025 soll´s soweit sein, was für jeden Die-Hard-Fan schon Grauen genug ist, würde man doch am liebsten sofort ins Abenteuer starten. Die vielen Fragen die noch offen sind, betreffen so ziemlich jeden Aspekt des Spiels. Eines dieser Fragezeichen hat euch der Ochs ja bereits bei seinem Debüt vorgekaut. Ein weiteres betrifft, wie passend für dieses Spezial, die Feinde im Fable-Reboot.


Balverine und Hobbs sind bereits durch die Trailer bestätigt. Räuber dürfen natürlich auch nicht fehlen. Und eine böse Bedrohung kehrt auch Heim – wobei wir bei der Dame am Ende des 2024-Trailers nur raten können, um wenn es sich handelt.


Was aber zeigt das bisher veröffentlichte Material, neben dem bereits genannten, was unser dunkles Verlangen auf eine gelungene Gruselmär im Fantasyländle hoffen lässt?

 

Nicht viel, mag man in den Raum werfen. Zumindest lässt uns der Trailer aus 2023 glauben, dass es bis Halloween nicht mehr allzu weit hin sein kann - wenn wir die Kürbisse auf den Feldern als Einladung in die Herbstsaison sehen. Monsterkürbisse hatten ja bereits ihren riesengroßen Auftritt (samt Riese Dave), doch wie monströs die Cucurbitas (wissenschaftlicher Name) ingame um die Wette grinsen werden, das wird vorerst noch vom charakteristischen Märchenwald-Sonnenschein überblendet.

Jetzt können wir uns alle die nette Deko an den Häusern in Bowerstone vorstellen, die zur Schau gestellten Kürbisse und die nett drapierten Spinnweben; können wie die Schatten durch die Straßen schleichen und dabei die Nerven unser Nachbarschaft mit einem tiefen „Süßes, sonst gibt`s Saures“ malträtieren; können den Daheimgebliebenen aus der Geschichte von Balvorn vorlesen oder sie zwingen ihren Rhabarbereintopf artig aufzuessen, weil ansonsten eine andere Geschichte Wirklichkeit wird - nämlich die, bei der eine Gruppe von Hobbs in der Nacht ein Kind aus seinem Bett entführt und dafür sorgt, dass dieses Kind bald genau so ausschaut wie besagter, immer noch nicht aufgegessener Eintopf. Vielleicht lagert man den vielen Spaß auch aus und gesellt sich mit Gleichgesinnten zu einer Watch-Party auf dem nahegelegenen Friedhof. Den hohlen Männern, wie sie aus ihren Gräbern steigen, sieht man gerne zu, und das Wolfsgeheul, ach was, Balverinegeheul, welches schon so nah ist, sorgt auch bestimmt für ein flaues Gefühl im Magen.

Wie man sieht: Horrormäßiges Potenzial würde auch das neue Fable reichlich bieten. Diese Welt war und ist trotz des teils beißenden, manchmal makabren und häufig bizarren Humors auch schon immer eine Welt des... *bitte ein dämonisches Huhn vorstellen, welches uns, in einem Meer aus Blut und Knochen, das Fleisch von den Zehen pickt*.

 

Nun sollten wir aber einmal nach unserem Ochsen sehen, der immer noch im Düsterwald verweilt. Wie er da so unter einer kahlen Eiche steht, macht er auf uns einen ruhigen, geradezu gelangweilten Eindruck (wie Ochsen das halt so tun). Die Gefahr scheint für ihn weit entfernt oder einfach nur fremd zu sein. Da es aber langsam wirklich, ja so wirklich wirklich dunkel wird, packen wir uns unseren Ochsen und führen ihn vorsichtshalber zurück in den Schuppen.

Kaum, dass wir die Schwelle seines Zuhauses überschritten haben, fängt unser Ochse plötzlich lautstark an zu würgen. Drei Dinge entweichen nacheinander seinem Schlund. Erstens: Eine Fee mit grünen Flügeln und einem grünen Kleidchen, voller Schleim und Sabber, tot. Zweitens: Eine fette Kröte mit Glubschaugen, von Natur aus schleimig und ebenfalls voller Sabber, noch leicht am zucken, aber auch tot. Drittens: Ein ledriges Buch, Sabber, aber kein Schleim, definitiv nicht tot, aber nach genauerer Betrachtung, dem tieferen Verständnis nach, doch „tot“. Denn was da zwischen all dem Stroh liegt, ist nicht der Leitfaden für Furzer und auch nicht Maxleys Geschichte (beide Fable 1). Es ist, meine lieben Fable-Vertrauten, liebe Sam`s und liebe Mäxchen`s:
Das Normanomicon. *Panisches Geschrei einfügen*

Wir fragen gar nicht erst, wie dieser dicke Wälzer, der auch den Namen „Das Buch der äußerst Toten“ trägt, in seiner Gänze durch das Maul des Ochsen gepasst hat – rein, wie raus. Wir sparen uns auch jede Überlegung, warum es gerade uns, der wir immer artig zu alles Zweibeinern und Vierbeinern waren, einen Besuch abstattet. Es wollte wohl einfach, an diesem Ort, zu dieser Stunde, an diesem Tag, sein ledriges, nach Menschenhaut anmutendes, sommersprossiges Gesicht, pardon, Cover, mit der verzogenen, im Schrei verstummten Fratze zur Schau stellen. Man kann es ihm aber auch nicht übel nehmen, denn eine morbide Faszination strahlt es schon irgendwie aus.
Nun denn, erheben wir es auf den imaginären, blutigen und eiternden Scheffel, wo es an diesem Tag, den 31. Oktober, ohne Zweifel hingehört.
 

Die schrecklichen Fakten: Das Normanomicon ist nicht nur das Highlight auf jeder Buchlesung, sondern dient auch vorzüglich als Aufhänger für spannende Quests. Wer erinnert sich nicht daran, wie wir hundert Hohle Männer ausschalten mussten, bevor wir das Buch den Fängen des Friedhofs entreißen durften. Woraufhin es dann in viel üblere, da unqualifizierte Grapscher geriet. *blickt grimmig rüber zu den Brüdern*
Und wie war das noch, als wir viele Menschengedenken und einen Teil später als neuer Held das Buch dem Erdreich entnehmen durften, nur damit die zu diesem Zeitpunkt (Gott sei Dank!) bereits verstorbenen Chaosbrüder eine Geisterfete auf einem Friedhof steigen lassen konnten. Und ja, wir wissen, dass sich die beiden im Leben, wie im Tod, immer gerne gegenseitig auf die Zinnen gebracht haben. Aber dass sie sich im Verlauf der Questreihe wirklich spinnefeind wurden, nur um dann dank des Helden ein Ende-gut-alles-gut ins Questlog zu schreiben, dass ist dann doch – um im Fachjargon zu bleiben - das Gift im Drink der toten Mutter.

Welche unaussprechlichen, und vielleicht ja sogar vom Buch der äußerst Toten inspirierten Abenteuer unsere Reboot-Heldin Lily* in Albion erwarten darf, das wüssten wir jetzt nur zu gerne. Verlautbart wurde diesbezüglich noch nichts, und dies wird wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben, wenn wir in dem Tempo wie bisher weiter ausharren müssen. Geschichte können wir aber auch (Würfelprobe auf 20 bestanden), weshalb an dieser Stelle, sprich: auf diesem Instagram-Kanal, schon in nicht allzu ferner Zukunft eine neue Rubrik an den Start gehen wird. Dort hat der Ochse dann nichts mitzukauen, stattdessen nimmt euch ein gewisser Schreiberling mit auf von Fable inspirierte Quests, die in erster Linie unterhalten sollen – Fanfiktion im Gewand einer Nebenquest, wenn man so möchte. Doch dazu ein anders Mal mehr.

Genug Horrorstorys für eine Nacht, würde unserer Ochse nun sagen, wenn er denn reden könnte. An seiner beschließe ich dieses Spezial mit einem höllischen Grinsen im Gesicht und hoffe, dass ihr noch einen schönen Abend und eine geruhsame Nacht habt.

In diesem Sinne,... Buuuh!

 

 

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