TRAILERANALYSE#1

ARTIKEL

Trailer-Analyse zu "Dave-Trailer (2023)"

Der ursprüngliche Text erschien ab Ende 2023 auf X und im Juni 2024 auf Instagram!

 

Sie heißen Samson, Ecke und Rübezahl - die Riesen aus den mittelalterlichen und märchenhaften Sagen. Und auch unser Fable-Riese hat schon einen Namen: Dave.
Im Trailer wird Dave als "Gemüseliebhaber" betitelt, essbare Pflanzen und Gewächse sind sein (Achtung Wortspiel) Faible. Dem Heldentum kann er hingegen wenig abgewinnen. Für ihn ist die Zeit der Helden vorbei, stattdessen die Zeit der Innovation angebrochen.
Was ein wenig nach Fable 3 klingt, wird im neuen Fable möglicherweise ein persönliches Dave-Ding sein, scheinen andere Bewohner Albions' Helden gegenüber doch weitaus aufgeschlossener zu sein. ("Brennt sie nieder!" Hüstel).

 

Wenn es gegen Banditen, Hoobs oder Balverine geht, hilft häufig nur geschmiedeter Stahl. Da trifft es sich gut, dass unsere Heldin auf ihrer Reise durch Albions Wälder über eine Waffe stolpert, welche schon eine ganze Weile auf einen neuen Besitzer wartet.
Bei der Waffe handelt es sich um das selbe Schwert, wie im 2020 Teaser-Trailer. Schon damals hatte sich Mutter Natur das Edelmetall einverleibt, Moos schob sich die Klinge hinauf und die Gebeine des ehemaligen Trägers zierten den Waldboden.
Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte: Wer genau hinschaut erkennt das Gildensiegel aus dem Original-Fable auf dem Knauf. Ansonsten besticht die Waffe mit ihrer feinen Verarbeitung, wobei die Klinge auch schon bessere Tage (oder weniger Trolle) gesehen hat.

 

Unsere Heldin betritt ein Dorf, das gerade erbeutete Schwert auf den Rücken geschnallt. Sicheren Schrittes, mit Stolz geschwellter Brust, das Kinn erhoben, schreitet sie an mehreren Dorfbewohnern vorbei. Diese bewundern die Heldin, applaudieren. Manche Jubeln und alle grinsen breit - zumindest solange, bis jemand eine unflätige Bemerkung fallen lässt. Unsere Heldin dreht sich blitzschnell um, baff und zweifellos irritiert. Eine komische Situation für den neuen Hühnerschreck, denn das kam für sie jetzt doch überraschend.
Wenn das Umfeld so auf einen reagiert, dann erinnert das nicht von ungefähr an Fable 1 bis 3. Diese Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit im Verhalten der NPCs (manchmal auch das Chaos, wenn zu viele zu viel wollen 😁), ist ein wichtiges Element der Serie.
Es kam häufig vor, dass einem die Menschen förmlich belagerten und nur so mit Liebe und Bewunderung überhäuften - zumindest sofern man durch gute Taten seine Reputation zum positiven verändert hatte. Ansonsten war das Gegenteil - Abneigung und Missgunst - der Fall.
Nehmen wir den Trailer nun für bare Münze, sollten wir von Playground Games genau das bekommen: Ein Miteinander im Aktiven wie im Passiven zwischen dem Spieler und den Nicht-Spieler-Charakteren.
Und wenn es mit dem Zusammenspiel der Menschen in Albion funktioniert, dann klappt es vielleicht auch mit einer anderen typischen Fable-Zutat: den Ausdrucksmitteln. Denn was wäre ein Fable ohne heldenhaftes Posieren, Pupsen und Posaunen? Richtig: Ausdruckslos!

 

Eine Verbindung mit den Dorfbewohnern aufzubauen ist wichtig, aber ohne einen guten Ruf, bleibt diese eher oberflächlich. Und wie verdienen wir uns einen guten Ruf? Genau! Indem wir die Wälder frei von Banditen und Sklavenhändlern halten.
Das unsere Heldin etwas vom Kampf Frau gegen Schurke versteht, zeigt sie uns eindrucksvoll im Trailer. Die schöne Kulisse des Waldes verwöhnt unsere Sinne, während die Action im Mittelpunkt mit sauberen Animationen und toller Mimik der Figuren zu gefallen weiß.
Der Fußtritt aka das Bein wegziehen ist dabei neu für Fable und so noch in keinem Teil enthalten gewesen, wobei es spezielle Moves durchaus schon gab. Vorstellbar wäre, dass der Tritt einer von mehreren Finishern ist oder einer starken, aufladbaren Aktion bedarf. Wer weiß: Vielleicht lässt unsere Lily ja auch noch die Fäuste fliegen!?

 

Wer Abra sagt, muss auch Kadabra sagen. Das wusste schon unser Held von Albion. Und er hat gut daran getan.
Im Fable-Reboot wird es uns wieder möglich sein, unsere Feinde mit Magie zu bekämpfen. So ein Feuerball ist aber auch ein heißes Teil, im richtigen Moment gewirkt, brennt er sich buchstäblich in die Haut ein. Schön zu sehen an der Szene: Um nicht getroffen zu werden, ducken Gegner sich weg und bringen sich aus der Schusslinie. Wenn sie uns dann noch mit Schimpfwörtern bombardieren, wäre das ein "Yay".
Neben der flammenden Kugel dürfen wir uns hoffentlich wieder auf mehr als ein dutzend Zauber freuen. Die Vorlage bietet auf jeden Fall eine Menge Möglichkeiten für Magie-affine Rollerspieler.

 

Nüchterne Zeitgenossen werden argumentieren, dass man auch ohne Spaß haben kann. Aber für Miss Tiabeanie, ähh pardon, für unsere Heldin gehört ein Krug Albion Ale oder Hoptimus Prime (je nach Verfügbarkeit) einfach zur Stimmungsaufhellung dazu.
Was man verwerflich finden kann, aber nicht muss, wird "aller Voraussicht nach" auch im neuen Fable wieder Mittel zum Zweck sein: der Genuss von alkoholischen Getränken in- und außerhalb von Gaststätten.
Im Trailer sehen wir, wie Lily (wir wollen sie fortan wie die sie spielende Schauspielerin nennen), einem scheinbar niedergeschlagenen Mann den Krug Bier vom Tisch stibitzt. Die Erfrischung befeuchtet dann sogleich des Heldins' Kehle und wird mit einer kleinen Showeinlage gebührend zelebriert.
Der Reaktion der Kneipengäste nach zu urteilen, ist Lily für solch einen Schabernack bekannt. Selbst der, nun immer noch Nüchterne, kann nach dieser Aktion nur grimmeln.
Gut möglich, dass es sich beim Herrn um den Bürgermeister des Ortes oder sogar einen Fürsten handelt. Der Anstecker auf seiner Kluft legt zumindest die Vermutung nah. Es könnte aber auch ein Untertan des Königs sein, der nach einem langen Tag zu Hopfen und Malz finden will. In diesem Zusammenhang würde mir auch eine Quest einfallen: Finde das Wappen des Königshauses - denn das fehlt allem Anschein nach im Anstecker.

 

Ein ganz gewöhnlicher Tag in Albion neigt sich seinem Ende. Während die Lupinen sanft im Wind wiegen und die Bäume miteinander flüstern, schiebt sich die Sonne hinter die Berge. Im Hintergrund ist der Burgfrieden noch intakt und in der Luft liegt Heiterkeit. Hier draußen, im Schutze des Waldes und frei von jeglichem negativen Einfluss, ergießt man sich im Gesang der Feens und in der zur Szenerie gewordenen Poesie. Dichter und Barde sind sich einig: Ach Albion, bist du schön!
Und was macht unsere Heldin? Sie lauert auf ihre Gelegenheit, erfolgsheichend, richtet ihr Wams, setzt ihr diabolisches Grinsen auf, nimmt Anlauf und... zack... flieg, Hühnchen, flieg. Damit ist bestätigt: Chicken-Kicken ist zurück und wir dürfen wieder zum Hühnerschreck werden.
Der Hühnertritt blickt auf eine lange Tradition zurück - nennt mir einen Helden, dessen Stiefel sich im Laufe der Jahre nicht mit fremden Federn geschmückt haben!? Von Bowerstone bis Brightwall und darüber hinaus: Der Volkssport # 1 in Albion hatte (leider) das Huhn zum Opfer.
Wer lieber Köpfchen statt Beinchen benutzen wollte, konnte bisher aber auch bei organisierten Rennen auf das Geflügel wetten. Schon PETA-konformer, aber noch nicht frei von jeglicher Sünde, konnte sich das Huhn zum Gewinner spurten - und dem Helden das Inventar vergolden.
Komplettionisten hingegen bewahrten die Hennen vor dem Schicksal als Pastete zu enden, zwangen sich für eine Theateraufführung ins Federkleid oder stellten sich Terrorhühnern in der Unterwelt.
Dennoch: Gekickt wurde weiter mit Fortüne.
So viel drehte sich bisher bei Fable um das Huhn. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Peter Molyneux (der kreative Kopf hinter Fable) regelrecht von Hühnern besessen war.
Das die Lionhead Studios (Entwickler Fable 1-3) die Sache ernst nahmen, zeigte darüber hinaus eine Statistik, die aufzeigte, wie häufig man den Hühnertritt ausgeführt hatte. Was wir von Playground in dieser Hinsicht erwarten dürfen, steckt derweil noch in einem ungeschlüpften Ei.
Und unser Trailer-Huhn? Das fliegt geradewegs Richtung Fairfax-Castle / Schloss Bowerstone. Noch so eine Fable-Referenz.

 

"O Romeo, Romeo, warum bist du Romeo?"
Shakespeare in Fable? Nicht, dass wir wüssten. Und der Herr in unser heutigen Analyse zum Fable-Trailer ist wahrlich nicht der gesuchte Romeo. Macht aber nichts: Denn von der liebreizenden Julia fehlt auch jegliche Spur.
Denn was ausschaut, wie ein Stelldichein zwischen der Heldin und ihrem Bauern-Romeo bei Mondschein, ist in Wirklichkeit die Konfrontation zwischen der Protagonistin und einem Banditen, mit einem, sagen wir mal, höchst despektierlichen Ende für letztgenanntes Turteltäubchen. Kaum, dass unser Nicht-Romeo unsere Nicht-Julia zum Tänzchen aufgefordert hat, stürzt sich auch schon ein Balverine auf ihn und reißt ihn von den Beinen.
Wir atmen einmal tief durch, froh darüber, dass es nicht unsere Lily erwischt hat. Diese verliert derweil keine Zeit, zückt ihr Schwert und geht in Abwehrhaltung. Die nächste Attacke vom Balverine bleibt jedoch erstmal aus, macht es sich dieser doch auf dem Dach eines Bauernhauses (?) bequem. Von dort beobachtet er unsere Heldin und... cut! Bevor es zum Kampf kommt, blendet die Szene aus. Was im Trailer nur angedeutet wird, könnte im Reboot Teil einer Neben- oder vielleicht sogar Hauptquest sein. Mir kommt da auch schon eine Idee.

Wie hört sich das an: Die Heldin belauscht im Gasthof eine Gruppe Banditen (die von der nicht ganz so schlimmen Sorte). In der Unterhaltung geht es um eine ältere Frau, die Witwe eines ehemals angesehenen Bauern aus der Gegend, die ihre einzige Enkelin gefressen haben soll.
Die Verspeiste soll nun den Bauernhof in der Gestalt eines Wiedergängers terrorisieren. Das "Großmütterchen", wie die Banditen die Witwe nennen, ist - Trommelwirbel - ein Balverine. Für die Banditen interessant: Unter dem Haus soll das Erbe des verstorbenen Bauern, in Form von Unmengen Gold, vergraben liegen. Dumm nur: Neben Omi-Balverine spukt jetzt auch noch die Enkelin im Haus herum. Der Rest in Kurzform: Die Heldin macht sich auf zum Bauernhof und trifft dort auf die Banditen-Vorhut (unser Nicht-Romeo). Was dann passiert, steckt im Trailer: Der Bandit wird von Balverine-Omi überrascht, unsere Lily rüstet sich zum Kampf und...
Wie es mit der Quest weitergeht? Soviel sei schonmal verraten: Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint; die Enkelin "lebt"; es wird bizarr-romantisch und Baldurs Gate 3 lässt auch noch schwerst grüßen.
Zurück zur Analyse: Wir verlieren uns im dichten Fell und den tief liegenden Wolfsaugen und ängstigen uns vor den spitzen, bedrohlich abstehenden, Fangzähnen unseres Trailer-Balverines. Das Kreaturenmodell vermag schon vollends zu überzeugen; indes wirkt die Stimmung in der Szene düster-unheilvoll, aber, dank des Mondscheins, auch verträumt-melancholisch.
Hat hier einer Mondscheinsonate gesagt!?

 

Nach Bier, Banditen und Balverinen widmen wir uns nun Riesenkürbissen und deren möglichem Ursprung. Im Folgenden bewerfen wir euch mit Fragen, Theorien und einer Portion Spekulation.
Erst die Fakten: Unsere Heldin steht mutmaßlich auf dem Grundbesitz eines Bauern, flankiert von zwei männlichen Personen. Der Herr in der Mitte echauffiert sich über die Riesenkürbisse, indem er sich mit den Worten "Guck sie dir doch an..." lautstark Luft verschafft. Seine Laune bekommt dabei überwiegend der Herr rechts im Bild ab. Und... tada... bei diesem handelt es sich um unseren plappernden Riesen Dave, gut zu erkennen an der Kleidung und der Frisur. Beschädigte Zäune und die Kürbisse im Mittelpunkt komplettieren die Szenerie.
Damit sind wir auch direkt bei der ersten Frage: Wem gehören die Felder, auf denen die Riesenkürbisse wachsen?
Nachfolgend werde ich mich kreativ austoben, mit der Absicht, ein möglichst klares Bild der Situation zu liefern. Zwei Theorien scheinen mir am wahrscheinlichsten.


Theorie 1: Die Felder gehören dem Choleriker. Die Kürbisse sind aber nicht seine, und wenn doch, war es nie beabsichtigt, dass sie eine solche Größe aufweisen.
Dave ist für den XXL-Wuchs verantwortlich, möglicherweise weil er dem Bauern die Samen überlassen hat. Vielleicht experimentiert Dave auch mit Riesengemüse und eines seiner Experimente ist etwas außer Kontrolle geraten!? Seine Liebhaberei kennt möglicherweise keinerlei Grenzen und sorgt damit auch für einigen Unmut bei der Bewohnerschaft Albions. Was unsere Heldin angeht: Diese fungiert als Schlichterin oder ist vielleicht auch nur zufällig vor Ort. Da Dave keine Helden mag, wäre es natürlich interessant zu wissen, ob er weiß, dass er neben einer steht. Das könnte die Stimmung durchaus noch weiter aufheizen.


Theorie 2: Die Felder, und alles was auf ihnen wächst, gehören Dave. Der Mann in der Mitte ist ein besorgter Bürger, der vom Anblick geschockt oder genervt ist. Oder er duldet einfach kein Riesengemüse in der Nähe seines Zuhauses. Die Heldin ist wieder nur zufällig vor Ort oder hat von den Kürbissen gehört und möchte sie einfach mit eigenen Augen sehen.

Soviel zu den Theorien. Es gibt nur ein kleines (okay: riesiges) Problem - und das ist die Szene selbst bzw. ihr Umgang mit Größenverhältnissen.
Wie wir festgestellt haben - da vom Trailer so suggeriert -, ist Dave ein Riese. In dem, was wir als sein Reich ausmachen, überragt er unsere Lily um ein Vielfaches. Das tut er aber nicht in unser Analyseszene.
Ist er wirklich der Riese, für den wir ihn halten, müsste er jemand sein, der seine Größe nach belieben anpassen kann. Ein Zauberer wäre das naheliegendste; ein magiebegabter Riese, der sich Hü, wie Hott, auf Menschengröße schrumpfen lassen kann. Dave's Haus liegt oberhalb der Wolken, wohingegen seine Felder auf Erdniveau angesiedelt sind, was für Theorie 2 sprechen würde.
Möglicherweise ist Dave ein in Albion bekannter Riese, die Bewohner wissen um seine Herkunft und die Riesenkürbisse sind einfach eine Unannehmlichkeit, an der sich ausschließlich unser "besorgter" Bürger stört. Dieser ist vielleicht so etwas wie der gewählte Dorfvorsteher, dem an Frieden, Freude, Eierkuchen gelegen ist, um die Ordnung der Gemeinschaft nicht zu gefährden.

Nach dem ganzen Personen-Kult und den "Wer-bist-du?"-Ratespielchen müssen wir uns noch einmal den Riesenkürbissen zuwenden.
Tatsächlich gibt es auch außerhalb Albions, nämlich in unser realen Welt, solche Kaventsmänner. Nur werden diese bei weitem nicht so groß wie im Trailer.
Der größte jemals dokumentierte Kürbis der Welt kam auf einen Umfang von circa 5m und wog dabei 1.226kg.
Was viele nicht wissen: Im Fable-Universum gab es auch bereits Riesenkürbisse - nur sind sie sang und klanglos ans uns vorbeige"wachsen", weil sie nämlich ein Teil von Fable Legends waren. Genau: DAS Fable Legends, welches Mitte der 2010er Jahre den (kurzzeitigen) Untergang der Reihe mitverantwortete.
In Legends sollte es tatsächlich Umgebungen mit Riesenkürbissen geben, wie man auf Bildern und in den wenigen noch vorhandenen Videomaterial sehen kann.
Was bleibt, ist die Hoffnung, dass dem Reboot nicht das selbe Schicksal wie Legends ereilt. An den Riesenkürbissen dürfte es jedenfalls nicht liegen!

 

Die Erde bebt. Verwundert blickt unsere Heldin sich um und fragt sich vielleicht in dem Moment:
Ist es eine Stampede, die geradewegs aus einem Brettspiel entsprungen ist? *Hmm...*
Ist es der Drache Themberchaud, der in Dolblunde einer Gruppe Dieben hinterherjagt? *Kratz, kratz*
Oder ist dies die Auswirkung eines faulen Zaubers, weil ich des Hexenmeisters Zauberbohne nicht anfassen wollte? *Nun...*

Die ersten beiden Überlegungen können wir wohl getrost ins Reich der (Achtung: Wortspiel) Fabeln verbannen, wohingegen letzterer Gedanke unserem Abenteuer durchaus gut stehen würde (Hallo britischer Humor).
Doch was sorgt nun für das Beben?
Es ist, und hier lässt das Märchen Hans und die Bohnenranke grüßen, eine überdimensionierte Ranke (mutmaßlich von einem Kürbis), die mit einem Affenzahn durch das Erdreich bricht, sich mit aller Macht in die Höhe schraubt, und dabei sogar unseren mutmaßlichen Bauern von den Füßen holt.
Die Szene schließt scheinbar direkt an die vorherige an, zeigt das Geschehen aber aus einer anderen Perspektive. Während des Bebens kann man eine weitere Person ausmachen, die in direkter Nähe zu unser Lily steht und ebenso von der Eruption überrascht wird. Diese hält eine Art Klemmbrett oder Mappe in Händen und erinnerte mich schon bei der ersten Sichtung an einen Bediensteten / eine Bedienstete bzw. Untergebenen. Von wem Untertan, ob vom gerade zu Boden gegangenen Herren, unserem Riesen Dave, oder der Heldin selbst, bedarf dabei noch Klärung, ließ in mir aber einen, ja, nennen wir es Wunsch keimen: Was wäre denn, wenn Lily die Tochter des Königs wäre, die sich, wie Prinzessin Tiabeanie in der Netflix-Serie Disenchantment, durch kleine wie große Schlamassel manövriert und in allerhand irrwitzige Abenteuer stürzt!?
(Die Tiabeanie-Karte habe ich ja bereits in der Analyse und auf X / Twitter ausgespielt und gehe mit dem Gedanken weiter d'accord).
Welches Abenteuer Lily über den Wolken erwartet, das erfahrt ihr beim letzten Teil unser fabulösen Analyse zum ersten Fable-Trailer. Jetzt aber rasch die Ranke hinauf...

 

"Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein", sang schon Reinhard Mey in den 1970er Jahren. Ob unsere Heldin dies aber auch so sehen würde?
Lily kann ihre Neugier auf jeden Fall nicht im Zaum halten und kraxelt, wie der gute Märchen-Hans vor ihr, die Ranke hinauf. Oder befindet sie sich vielleicht sogar in einer Quest? Zumindest kommt sie sich wohl ziemlich winzig vor, wie sie da vor dem Haus eines Riesen steht, orchestriert und begleitet vom Geschnatter und Gesang der Vögel, die in geringer Entfernung an ihr vorbeifliegen.
Das Haus scheint schon länger an Ort und Stelle zu stehen (oder sagt man schweben?), löst sich doch bereits die blaue Farbe von der Holztür. Das Scharnier weiß daran zu gefallen, mit seinen Schnörkeln und der imposanten Machart.
Höchst imposant geht es dann zugleich im Inneren des Hauses weiter. Und dort ist unsere Heldin etwas zu unvorsichtig und schreckt den Riesen auf, der gerade frei heraus seine Abneigung gegenüber Helden, und den Beginn der Ära der Innovation und des Todes (richtig gelesen) herausposaunt.
Der große Burner für Erstseher des Trailers folgt auf dem "Riesen"fuß: Dave, unser Gemüseliebhaber, entpuppt sich als eben jener Riese.
Und dann wird es tatsächlich unangenehm für unsere Heldin. Dave ist über den ungebetenen Besuch alles andere als erfreut und stürzt sich sogleich auf Lily, mit dem Ziel, sie vom Antlitz dieser Welt zu tilgen.
Ist diese Reaktion nur auf seine Abneigung Helden gegenüber zurückzuführen, oder hat Lily etwas gesehen, was sie nicht sehen durfte bzw. etwas getan, worauf im Reich der Riesen die Todesstrafe steht!?

 

Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel; Krüge stampfen, Feuer lodert, Mausefallen fliegen, Tritte sitzen,... mit dem Resultat: Dave bekommt Lily zu fassen. Darauf hin schaut diese den Betrachter hinter der Kamera direkt an (wie war das mit Geralt und der dritten Dimension?) und spricht die, schon jetzt magischen Worte: "Oh, f***".

Klappe zu, Heldin tot?
Na, so leicht gibt sich Lily nicht geschlagen. Frei nach dem Motto "Wer zuletzt lacht, lacht am besten", ist sie es, die kurz darauf, zurück auf der Erde, ihren Triumph mit einem Sandwich begeht. Eben jenes Sandwich, welches sich Dave, zu Anfang des Trailers, selbst gönnen wollte. Doch vom Riesen fehlt jede Spur. Nur mehr seine zerstörte Brille zeugt vom einstmals kolossalen Dasein.

Ob Dave noch eine Rolle im fertigen Fable spielt, wissen wir nicht. Möglich, das seine Geschichte nur für den Trailer konzipiert war. Wir hoffen aber auf mehr vom digitalen Richard Ayoade.
Wie es mit Lily, unserer Heldin, weiter geht, wissen bisher auch nur die Entwickler. Und die Schauspieler. Und andere am Projekt beteiligte. Und wir von Yay!Fable...Hust, hust.
Na, man wird doch wohl noch träumen dürfen. 

Beschließen wollen wir diese Analyse mit der Weisheit:
Magie! Sie ist hier, wie dort, wie überall. Und nah, immer nah. Wie nah?
Nah, was denkt ihr denn?

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