Gameplay Check

 

Von rasenden Schweinen und ruhenden Legenden - Unser Gameplay-Check - Teil 1

 

Wunderschön. Traumhaft. Bildgewaltig. Das sind nur einige der Adjektive, die uns bei der Betrachtung des Gameplay-Videos auf der Gamescom durch den Kopf gegangen sind. Doch das neuste Fable-Material sah nicht nur umwerfend aus, es erlaubte auch einen genaueren Blick auf viele Facetten der Rollenspielwelt.

 

Nachfolgend wollen wir euch von den Dingen berichten, die uns am Gameplay-Video am meisten überzeugt haben, bei denen es noch den größten Redebedarf gibt und zu denen wir selber noch Fragen haben, auf die es aktuell nur leider noch keine Antworten gibt. 

 

Solltet ihr das Quest-Video noch nicht kennen, so folgt diesem Link und lasst die Fable-Magie am besten selbst auf euch wirken. Damit legen wir dann auch direkt los mit unserem ersten Gameplay-Check hier auf YayFable.de.

 

 

In Bowerstone möchte doch jeder gerne leben!

 

Diese Aussage kann wohl kaum widerlegt werden, wenn man sich nur mal diesen Traum von Stadt näher anschaut. Ja, tatsächlich wird der Wunsch, seinen Namen ins Melderegister der Stadt einzutragen, schnell ein ganz konkreter - nicht nur, weil wir hier von der Hauptstadt Albions sprechen.

 

Achtung: Gleich seid auch ihr verzaubert!

Der Moment, in dem unsere Heldin das erste Mal den gepflasterten und überdachten Weg hochtrabt und das Innentor (samt Stadtwache) passiert, ist eine tolle Erfahrung und bleibt zweifellos als ganz besonderer Moment im Kopf hängen. Wie sich im Hintergrund Schloss Fairfax erhebt, während einzelne Verkaufsstände und ein abgestellter Holzkarren uns still willkommen heißen, dass lässt uns staunend innehalten und befreit durchatmen. Es ist, als werden wir der Magie gewahr, die diesen Ort hat entstehen lassen - kann dies alles doch unmöglich von Menschenhand erschaffen wurden sein.

 

Die ersten Bewohner sind dann auch nicht weit. Gemeinsam scharrt man sich um einen Jongleur und vertreibt sich die Zeit. Es ist dann auch völlig normal, wenn plötzlich ein rasendes Schwein (oder eine schlafende Legende) über die Straße läuft, als wären wir hier im beschaulichen Silverbrook - deren Bewohner sich ja vorzüglich mit dem Borstenvieh arrangiert haben.

 

Wer bei dem ganzen gelebten Chaos natürlich nicht fehlen darf: Unser Fable-Hühnchen (eines von geschätzt eintausend in ganz Albion - nach unser Hochrechnung). Die Henne stört sich weder am Schwein, noch an den Menschen. Nur vor unser Heldin hat es dann doch ein wenig - nennen wir es - Respekt.

 

Wer kann ihm das verübeln?

Doch weder Huhn noch Schwein werden wohl jemals ihren Schlafplatz mit uns teilen müssen (selbst wenn wir das wollten), gibt es doch mehr als genügend Platz in Bowerstone. So wurde während der Live Theater Präsentation auf der Gamescom verraten, dass es alleine in der Stadt über 130 Wohnhäuser und mehr als 30 Geschäfte gibt - und alle können uns gehören. Dann müssen wir aber auch mit den 400 (!) Bewohnern Bowerstones klarkommen, die sich über mehrere Distrikte verteilen. 


Gesehen haben wir bisher den Butterfield Markt, wo unsere Exkursion durch die Hauptstadt beginnt. Hier reiht sich Fachwerkhaus an Fachwerkhaus, jedes einzelne ein toller Anblick, ausnahmslos mit steilen Satteldach und vorkragenden Obergeschoss, meist noch herausgeputzt mit schicken Blumen, die auf natürliche Weise an der Fassade in die Höhe wachsen. Überall stehen dazu noch steinerne Statuen, die die Gesellschaftsklassen (ehemalige wie derzeitige) der Stadt widerspiegeln. Beim Anblick dieser stellt sich direkt die Frage: Muss unsere Heldin beim Durchqueren Bowerstones nicht unentwegt an ihr Zuhause in Briar Hill denken, wurden deren Bewohner doch erst kurz zuvor in eben solche steinernen Statuen verwandelt!? Nun, wie gut, dass wir für unsere Heldin denken müssen, hätte sie doch ansonsten wohl schon an der dritten Abbiegung einen kleinen Nervenzusammenbruch erlitten. 

 

Aber natürlich sind die Ereignisse in Briar Hill der Grund, warum wir nach Bowerstone gekommen sind. Die Heldin, und damit wir, sind, ganz lapidar gesprochen, auf der Suche nach Hilfe. Und die soll es in Bowerstone tatsächlich geben. Doch wer wären wir, wenn wir uns direkt zum Ziel begeben würden? Immerhin haben wir gerade mal an der Oberfläche von Albions geschäftiger Hauptstadt gekratzt.

 

Da muss doch noch mehr sein, oder?

Wo wir gerade beim Markt sind: Dieser Distrikt eignet sich vorzüglich als Wohngegend für Frischlings-Helden - mittleres Preisniveau und nicht so verrufen wie das Armenviertel, zu dem wir im zweiten Teil unseres Gameplay-Checks noch kommen werden.

 

So sehen wir dann auch, wie unsere Heldin IHR Zuhause betritt - doch nicht, ohne vorher noch schweigend an ihrem Ehemann vorbeizulaufen (Völlig normal in einer Beziehung und so ein Fable-Ding).

 

Beim Anblick der Wohnstatt steigert sich unsere schon die ganze Zeit vorhandene Schwärmerei, gefällt uns doch außerordentlich gut, was wir hier sehen. Dieser Cozy Medieval Tudor Stil, mit den Holzbalken, den gotisch wirkenden, bleiverglasten Fenstern, den ornamentalen Teppichen und den hübschen Blumenarrangements. Wir fühlen uns nicht nur wie zuhause. Wir sind zuhause! Da stören dann auch die Spinnenweben beim Treppenaufgang nicht, die sich einfach auf natürliche Weise in diese Szenerie einfügen. Als gehörten sie dort einfach hin. 

 

Ob wir aber auch Hand an die Inneneinrichtung werden legen dürfen? Zumindest gibt es vor dem Uhrenturm einen Verkaufsstand für Kunst und Gemälde, was wir mal als Indiz deuten, dass man zumindest die Wände des Eigenheims "verschönern" kann. Daneben gibt es auch noch Spielzeugläden, deren Auslage alleine schon jedes Kind zum Strahlen bringen dürfte.

Apropos Kind: Ist sie nicht zuckersüß, unsere kleine Daisy? Wie die Kleine in der Küche vor dem Kamin sitzt und mit ihrem (von uns gekauften?) Holzpferd spielt, das lebt einfach den Usos der heilen Familien. Wir wüssten nun nur noch gerne, inwieweit, und ob überhaupt, wir mit unserem Kind werden interagieren können. Können wir beispielsweise gemeinsam mit ihr spielen, ihr eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen oder sie zum Einkaufen schicken? Die Gameplay-Demo geht, wie bisher jedes Video vom neuen Fable, nicht weit genug, um diese Frage abschließend beantworten zu können. 

 

Da passt es dann ins Bild, dass unsere Heldin auf die Frage ihrer Tochter gar nicht weiter eingeht ("Wo kommen die Babys her?") - vielleicht, weil sie es einfach nicht kann. Immerhin verhält sich die kleine Daisy hier wie das typische Fable-Kind und zeigt damit auch wieder, dass der Humor in Fable nicht zu kurz kommt.

 

Was in Fable definitiv geht: Wir können mehrere Kinder und Ehepartner haben (vielleicht nicht in dieser Reihenfolge), die mit uns in einem unser Häuser wohnen werden. Wie sich das auf die Nachbarschaft und den Seelenfrieden auswirkt, das werden wir aber noch selbst herausfinden müssen.

 

Damit endet die Heimeligkeit aber vorerst, gehts für unsere Heldin doch geradewegs weiter Richtung Heldengilde.

Die Gilde hat geschlossen!

 

Wie gut, dass wir einen Schlüssel haben. Und jetzt gehts auch endlich mit der Storyline so richtig los. Den Schlüssel hat unsere Heldin nämlich von ihrem Adoptivbruder Connor. Ist das nicht der, der selbst gerne ein Held sein würde? Genau der! Aber warum gerade Connor über einen Schlüssel der Heldengilde verfügt, darauf haben wir noch keine Anwort erhalten.

 

Klar, alles hat mit dem versteinerten Bewohnern Briar Hills und unser Antagonistin Isabel zu tun. Wie oberhalb bereits geschrieben, versprechen wir uns Hilfe vom GIldenmeister, aber: Der hat seine Gilde tatsächlich geschlossen, nicht bloß mit einem Schlüssel, sondern hoch offiziell, macht es ihm keinen Spaß mehr die nächste Generation der Helden auszubilden, stattdesseb sehnt er sich mehr nach einem Krug Bier, ach was, nach sehr vielen Krügen.

 

Aber da liegt der Hund halt auch begraben: Unsere Heldin ist seit einer Ewigkeit die erste Heldin, die den Nimbus Held inne hat, haben sich bei ihr doch die besonderen Kräfte bemerkbar gemacht - wie eine Generation zuvor bei einer gewissen Isabel, letzte Schülerin unserer ruhenden Legende (oder dem rasenden Schwein) Humphry.

 

Unsere Quest für heute: Der letzte der Großen (frei übersetzt von The Last of the Greats). 

 

Aber wer verschafft sich denn da Zutritt zur Gilde? Ja, es ist die Heldin, aber nein, die Heldin ist nicht Lily Nichol. Wir erinnern uns noch, als wäre es gestern gewesen, dabei war es 2023, als die von der britischen Schauspielerin Lily Nichol verkörperte Heldin uns das erste Mal, nach einer gefühlten Ewigkeit, wieder in die Welt von Fable entführte. Viele, so wie wir, waren begeistert vom Look der Heldin, alleine schon, weil wir mal kein langweiliges Modepüppchen spielen müssten. Andere hingegen, die laute Minderheit, suhlten sich in der Abscheu, die zweifelslos schlechte Menschen gebiert, und ließen überhaupt kein gutes Haar an des Heldin Erscheinung. Welche Meinung man auch immer vertrat, lange sah es so aus, als wäre Lily´s Gesicht das einzige, welches uns beim Blick in den virtuellen Spiegel entgegenstarren würde. Die Realität sieht jedoch anders aus, auch wenn es mit der Bestätigung etwas gedauert hat.

 

Seit Anfang des Jahres wissen wir, dass wir das Gesicht unser Heldin (oder unseres Helden, männlich geht nämlich auch) aus einem Pool von Vorlagen auswählen können. Die Entscheidung, dem Spieler hierbei die Wahl zu lassen, stand sogar schon am Anfang der Spieleentwicklung fest, wie Game Director Ralph Fulton während der Gamescom verriet. Das man zu Beginn nur einen Charakter zeigte, hatte ganz pragmatische Gründe: Man wollte nicht mit der Tür ins Haus fallen, um ein Sprichwort zu bemühen. Auch wenn Helden natürlich im Fokus von Fable stehen - wäre ja sonst auch komisch mit der Heldengilde -, so wollte man nicht direkt alles offenbaren, was man im Köcher hatte. Geplant war vielmehr, die Hauptfiguren in den Demos bewusst zu wechseln, anstatt eine einzige „kanonische“ Spielfigur zu etablieren. Damit sollte das Marketing Stück für Stück immer mehr zeigen und so die einzelnen Aspekte der Charaktererstellung nach und nach an den Spieler herantragen, ohne zu viel auf einmal zu enthüllen.

 

Gut sieht sie ohne Zweifel aus, unsere "andere" Heldin. Sie hat dann auch das Vergnügen Humphry aus dessen Nachmittags-Schlummer zu erlösen und ihm seine Medizin zu servieren. - wie sie letzteres macht, liegt dann ganz bei uns. Welche Konsequenzen uns dafür drohen, werden wir aber selbst herausfinden müssen - wie so vieles in und an Fable.

 

Wissen ist Macht, doch jeder geht mit Wissen anders um und die Macht lässt sich in die eine oder andere Richtung lenken. Unser Gildenmeister erfährt von unser Heldin, das eine seiner ehemaligen Schülerinnen in Briar Hill gewütet hat. Er schiebt diese Informationen - das Wissen - beiseite, passt es doch nicht in sein aktuelles Handeln, womit er die Kontrolle über sich nicht aus der Hand gibt - die Macht. Es liegt an ihn, wie es nun weitergeht und wenn es nach ihm geht, dann geht es gar nicht weiter - mit der Gilde und damit mit den Menschen in Briar Hill.

Das alles wird präsentiert in einer schicken Zwischensequenz, die auf mehreren Ebenen mit unseren Sinnen spielt. Nicht nur das Humphry sinnentleert in sein eigenens Zuhause uriniert, die Sequenz wechselt auch auf eine andere Zeitebene. Dabei verändert sich plötzlich die Lichtstimmung, Humphry sitzt in seinem Sessel und die Heldin ist nicht mehr anwesend. Wir werden Zeuge des bereits im Dev Direct-Videos vorgestellten Mockumentary-Stils, bekannt aus der britischen TV-Landschaft (The Office wäre hier ein bekanntes Beispiel). Dabei wechselt die Sequenz zwischen dem Jetzt und einer Interview-Ebene, bei der der "interviewte" direkt zur Kamera spricht.

 

Laut Aussage von Craig Littler, Associate Game Director, wird es im Spiel über zwei Stunden an Zwischensequenzen geben, wie die mit Humphry und unser Heldin. Wie viel Mockumentary darin genau stecken wird, kann man derzeit aber noch nicht abschätzen. Möglich, dass jede der Hauptfiguren mindestens einmal die vierte Wand durchbricht. So werden die Charaktere auf eine ganz besondere Weise greifbar für den Spieler, auch wenn dieses Feature, wohl nicht bei jedem auf viel Gegenliebe stoßen wird, neigt es doch dazu, dem Betrachter aus der Immersion zu reißen. Man wird sehen, wie Playground Games an dieses "Problem" (welches nicht wirklich eines ist, wenn ihr mich fragt) herangeht. Bisher kennen wir nur die Sequenzen aus den Trailern und die aktuelle Cutscene.

 

Wir wissen nun wie viel Raum und Zeit den Zwischensequenzen eingeräumt werden. Aber was ist denn mit der eigentlichen Spielzeit? Auch dazu äußerte sich Playground Games während der Gamescom. 

 

Um die Hauptgeschichte mit den Mainquests komplett abzuschließen wird man ca. 15 bis 20 Stunden brauchen. Für Nebenquests und andere Aktivitäten innerhalb der Spielwelt werden nochmal 15 bis 20 Stunden veranschlagt. Macht summa summarum ca. 30 bis 40 Stunden, die man alleine mit der Geschichte in Albion zubringen kann. Hinzu kommt aber auch noch die "Lebendige Bevölkerung", mit der man sich theoretisch unendlich lange beschäftigen kann - so man das denn möchte.
 

Ein kurzes Abenteuer wird Fable damit nur für die, die sich stur mit der Hauptgeschichte befassen - was aber auch nicht im Sinne des Erfinders ist. Zum Vergleich: Die bisherigen Hauptteile der Fable-Reihe (1-3) kamen auch nur jeweils auf eine Mainstory-Zeit von ca. 12 bis 15 Stunden. Das hat damals auch schon niemanden groß gestört, da es noch so viel mehr in der Welt zu tun und zu entdecken gab. Und ganz ehrlich: Fable ist nicht (allein) Fable wegen der Hauptgeschichte.

 

Wir denken doch, dass uns erinnerungswürdige Sidequests in Albion erwarten werden, die uns mehr von der Lore und den Figuren präsentieren. Wahre Fans werden sowieso jeden Stein umdrehen, nur um noch jeden Tropfen Fable aus der darunter befindlichen Pfütze aufzusaugen. Und so soll es ja auch sein, oder?

 

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Das war es mit dem ersten Teil unseres Gameplay-Checks. Wenn alles klappt, sind wir schon in wenigen Tagen mit Teil 2 zurück. Dann verlassen wir die Heldengilde und legen uns mit Banditen an, um einen ersten Blick auf das Style-Weaving genannte Kampfsystem zu erhaschen. Bis dahin!

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